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Ruhe Raum und Zeit

Auch das Ruedertal hat an der Geschichte teilgenommen. Dank Glück, Verstand und Gottes Segen ist diese besser verlaufen als andern Orts.

Die Gemeinde Ruedertal

Bis 1816 war das Ruedertal eine ungeteilte Gemeinde mit dem Namen

Ruedertal.

Das Gemeindewappen sah in etwa so aus:

«In Blau auf grünem Dreiberg weisser, rot bedachter Turm mit schwarzem Tor, überhöht von zwei gekreuzten weissen Rudern und sechsstrahligem weissem Stern.»

Der Name

Der Name des Tales geht einerseits auf die Rodungen durch die Alemannen während des 5. und 6. Jahrhunderts zurück, andererseits auf die Herren von Rued, die während des Mittelalters das Schloss Rued bewohnten.

Geschichte

(aus dem Wikipedia)

Die Besiedlung des Ruedertales erfolgte im 5. und 6. Jahrhundert durch die Alamannen, die den dichten Urwald rodeten. 1160 wurden in der Acta Murensia des Klosters Muri erstmals die «Herren von Ruoda» erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen (ze) Ruoderahu ab, was «beim Ruderbach» bedeutet; also ein Gewässer das durch Rudern überquert werden kann.[2] Die Herren von Rued waren ein Ministerialengeschlecht der Grafen von Kyburg, ab 1264 der Habsburger. Sie gaben ihre Stammburg Alt-Rued wahrscheinlich im 11. oder 12. Jahrhundert auf und zogen auf die andere Talseite in das Schloss Rued. Die Eidgenossen zerstörten die Burg im Jahr 1386 während des Sempacherkriegs.

1415 wurde der Aargau von den Eidgenossen erobert; Schlossrued gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Die niedere Gerichtsbarkeit war im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter aus der näheren Umgebung. Schliesslich wurde die Herrschaft Rued, die neben dem Ruedertal auch die Dörfer Kirchleerau und Moosleerau umfasste, von den aus Italien stammenden Herren von May erworben, die bis 1861 im Schloss residierten. 1528 führten die Berner die Reformation ein.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Seither gehört Schlossrued zum Kanton Aargau. Erst 1834 verkauften die von May ihre letzten übrig gebliebenen Rechte an den Kanton. 1816 wurde das Ruedertal in die Gemeinden Schlossrued und Schmiedrued aufgeteilt. Die Bevölkerung fand bis Mitte des 19. Jahrhunderts in der Baumwollweberei ein zusätzliches Auskommen. Als dieser Industriezweig wegen der Abgelegenheit des Tals und der zu geringen Wasserkraft unterging, mussten viele Einwohner wegziehen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägte die Landwirtschaft das Leben der Gemeinde.

Webrei und Heimatmuseum Ruedertal

Das Webereimuseum in Schmiedrued zeigt die technische Entwicklung der Bandweberei von 1880 bis heute und die Arbeitsabläufe in der Heimarbeit.

SCHMIEDRUED Am Ende des 19. Jahrhunderts konnte ein durchschnittlicher Landwirtschaftsbetrieb die Bauersleute aufgrund von Überbevölkerung und Missernten kaum mehr ernähren. Die Distanzen zu den neu entstandenen Fabriken, die einen Zusatzverdienst ermöglicht hätten, waren zu gross, öffentliche Verkehrsmittel gab es noch keine. So stellten Fabrikherren den Bauern im Ruedertal (weit verbreitet auch im Baselbiet) für die Heimarbeit Webstühle zur Verfügung.

In den Webkellern oder speziell erbauten Webhäusern wurde nun Tag und Nacht gewoben, je nach Auftragslage von der gesamten Familie, häufig auch mit Kinderarbeit.

Nach dem Ende der Heim arbeitszeit (1980) kamen die Webmaschinen ins Museum, wo sie bei jeder Führung in Betrieb genommen werden.

Das Klappern und Rattern entführt die Besucherinnen und Besucher in das Ambiente einer bäuerlichen Webstube aus dem 19./20. Jahrhundert.

 


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